Sozialpädagogische Familienhilfe

Die sozialpädagogische Familienhilfe nach §31 SGB VIII ist die intensivste Hilfeform unter den ambulanten Hilfen im Kinder- und Jugendhilfegesetz.
Sie kann auf Antrag der Erziehungsberechtigten von den Jugendämtern gewährt werden und dient der Hilfe zur Selbsthilfe für Familien bei Multiproblemlagen (emotionale, soziale und ökonomische Probleme). Durch eine zeitintensive Beratung und Begleitung der Familie werden Lösungen von Alltagsproblemen und Konfliktbewältigung probiert und geübt.
Sozialpädagogische Familienhilfe ist eine aufsuchende Hilfe und findet daher überwiegend im Wohnraum der Familien statt. Somit erleben sozialpädagogische Familienhelfer vorliegende Probleme unmittelbar und suchen vor Ort gemeinsam mit den Familien nach passenden Lösungen. Die Familien stehen durchgängig in der Verantwortung für die Bewältigung ihrer Probleme und werden zu eigenen Lösungen angeregt, um die vereinbarten Ziele zu erreichen. Im Rahmen der Hilfeplanung nach §36 SGB VIII werden diese Ziele regelmäßig mit allen Beteiligten überprüft und gegebenenfalls angepasst.
Themen in der sozialpädagogischen Familienhilfe können zum Beispiel folgende sein: Intensive Betreuung und Begleitung von Familien bei Erziehungsaufgaben, Bewältigung von Alltagsproblemen, Lösung von Konflikten und Krisen, Kontakten mit Ämtern und Institutionen; Sicherung oder Wiederherstellung der Erziehungsfunktion der Familie durch Verbesserung des Erziehungsverhaltens und Verbesserung der Interaktion und Kommunikation der Familienmitglieder sowie Verbesserung der Rahmenbedingungen in und um die Familie; Aktivierung der Selbsthilfefähigkeit der Familie (Hilfe zur Selbsthilfe) und Stärkung der Problemlösungskräfte und eigenen Ressourcen in der Familie, Wiedererlangung der Erziehungskompetenz, Klärung der Positionen, Haltungen und Rollen in der Familie


Rechtsgrundlage

SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfegesetz